Confiture - mein sporadisches Blog

Historische Zeichnung eines Konfitürenglases

Ab und an schmiere ich Ihnen hier was aufs Brot. Mal fruchtig, mal mit Stückchen, und hin und wieder ist sogar ein bisschen Quintessenz drin.

Guten Appetit!



Virtuelle Ferien

Selbständigkeit schließt Urlaub nahezu aus. Oder doch nicht?

Wer wie ich als Alleinunterhalter für zufriedene Computer und glückliche Kunden zu sorgen hat, kennt das Problem - Ferien machen ist schwierig mit Tendenz zu unmöglich. Ausfallende Einnahmen treffen auf die noch ausfallenderen Kosten, die ein Urlaub nun mal so mit sich bringt und - was noch schlimmer ist - das vom Internet gänzlich abgeschottete Netzwerk des heimischen Auftraggebers kann nicht gewartet werden, während man sich grade in Hinterpusemuckel-On-Sea am Strand aalt. Kein Grund zur Verzweiflung, ich habe eine Lösung gefunden: Urlaubsvirtualisierung.

Eigentlich ist es ein ganz einfaches Prinzip, das wir schon lange aus der Welt der Server kennen. Um die Kapazitäten der vorhandenen Hardware optimal auszunutzen, führt man mehrere Betriebssysteme gleichzeitig als sogenannte virtuelle Maschinen auf dem selben physischen System aus. Prima Idee, dachte ich mir, wäre doch gelacht, wenn ich das nicht auch könnte. Und tatsächlich - seit Kurzem laufen Urlaub und IT-Dienstleistungen als parallele Tasks auf dem selben Host, also mir.

Und so wirds gemacht: Man definiere einen Zeitrahmen für den virtuellen Urlaub. Dann lagere man alles außer wiederkehrenden Terminen und Notfalleinsätzen in den Zeitraum nach dem virtuellen Urlaub aus. Ist dies geschehen, folgt der wichtigste Schritt:
Man fülle die verbleibenden bzw. gewonnenen Kapazitäten gezielt mit ferientypischen Aktivitäten, statt Buchführung zu betreiben oder gar nur vor der Glotze rumzuhängen und Bier zu trinken - es sei denn, bei letzeren handelt es sich um die bevorzugten ferienspezifischen Aktivitäten. Dann ist das natürlich legitim.

Ich habe mit dieser Methode jedenfalls in den letzten Wochen zwei schöne Nachmittage am Strand und einen am See vebracht, war Bummeln in Bremerhaven, Spielen auf dem Abenteuerspielplatz, schwerst mehrfach Grillen, und das alles mit Familie. Die Kinder haben eine Nacht im Zelt geschlafen, wir haben alte Freunde getroffen, sogar einen Sonnenbrand hab ich mir geholt - leider nicht virtuell, sondern in echt. Merke: Auch bei virtuellem Urlaub muss man sich real eincremen.

Die Anwendung „Arbeit” hat unter der Ausführung des Urlaubs-Tasks nicht gelitten. Im Gegenteil: Wenn man sich mitten im dicksten EDV-Getümmel vergegenwärtigt, dass man ja eigentlich Ferien hat und morgen, spätestens übermorgen schon wieder am See / in den Bergen / am Strand / im Café entspannen wird, verringert das den entstehenden Stress erheblich.

Ob mein Experiment mit der Urlaubsvirtualisierung ein Erfolg war? Wissen Sie was? Ich werde nur mal eben schnell ein paar Sachen erledigen, dann hänge ich noch ein oder zwei Wochen dran.

Was denken Sie darüber?

Wie machen Sie Urlaub vom Alltag - vor allem, wenn Sie keinen Urlaub haben? Schicken Sie Ihre Erfahrungen zur Urlaubsvirtualisierung, Kommentare und Tipps an info@confidit.de

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